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Römische Aquädukte | Technische Meisterleistung

Römische-Aquädukte
Pont du Gard – Frankreich

Die römischen Wasserbauer

Beispiele römischer Wasserbaukunst.
Der Pont du Gard bei Nimes in Frankreich, die Brücken von Tarragona, Segovia und Merida in Spanien oder der Ponte Lupo bei Rom sind Beispiele der unglaublich präzisen und ausgefeilten Baukunst der Römer, mit der sie die statistischen Gesetze scheinbar aushebelten. Das drittgrößte Wasserbauwerk der Antike ist der Eifel-Aquädukt in Nettersheim in der Nordeifel, das über 100 Kilometer Distanz frisches Trinkwasser nach Köln (Claudia Ara Agrippinensium) bringt. Als weitere Orte wichtiger Wasserbauwerke zu nennen sind: Almunecar in Spanien, Lyon in Frankreich, Patara und Aspendos in der Türkei.
Erst 1500 Jahre nach Roms Ende wurde eine solche Fertigkeit des römischen Wasserbaus wieder erreicht. Die römischen Bauherren schrecken beim Bau von Aquädukten vor keinem unwegsamen Gelände zurück.

Die technischen Details: Wie und wo das Wasser floss

Römische-Aquädukte-pont-du-gart
Wasserleitung oben

Das Wasser fließt durch rechteckig gebaute Kanäle, den sogenannten Freispiegelleitungen. Durch elf Aquädukte wurden täglich etwa 500.000 Kubikmeter Wasser nach Rom transportiert (ein 3-köpfiger Haushalt verbraucht pro Tag etwa ½ Kubikmeter).
Wasserraub wurde mit empfindlichen Geldstrafen geahndet.

Die Leitungen wurden meist aus Blei gefertigt: Das erzeugte bei vielen Römern Bleivergiftungen, die zu Unfruchtbarkeit oder geistiger Verwirrung beitrugen.
Im Jahre 340 v.Chr. wurde die erste Leitung, die Aqua Appia gebaut, die Quellwasser vom Anwesen des Lukullus östlich der Stadt nach Rom hinein transportierte.

Der Pont du Gard hat eine Gesamtlänge von 50 Kilometern und hat nur 0,0248 Prozent Gefälle. So geringes Gefälle deutet auf die erstaunliche Baukunst der Römer hin. Natürlich brauchen die Aquädukte aber Gefälle, damit das Wasser fließen kann.

Das Abwassersystem Roms hatte die Länge von 4000 km, und man ehrte die Göttin Cloacina, die verantwortliche Göttin, damit, dass man ihr Grotten unterirdisch einrichtete. Die cloaca maxima („große Kloake“) ist Roms ältestes Abwasserbauwerk.

Verwendung des Wassers durch die Römer

Aquaedukt-Segovia
Aquädukt in Spanien Sergovia
Manuel González Olaechea y Franco – Wikimedia Commons

Der Römer verbrauchte, was sicherlich sehr erstaunen vermag, bis zu 600 Liter Wasser am Tag. Zum Vergleich: heute verbraucht ein Mensch höchstens 125 Liter am Tage. Daran sieht man, dass die Römer verschwenderisch mit Wasser umgingen. Besonders der häufige Besuch der Thermen kann als Grund dafür gelten. Im 4. Jahrhundert gab es gar 860

Thermen in Rom

Unter anderem konnte durch die technische Unterflutung des Amphitheaters auch ein Seegefecht simuliert werden. Das verbrauchte auch Unmengen an Wasser.
Das Nymphäum (Brunnenhäuschen) hingegen wurde über Quellen und Brunnen errichtet (zumeist mit Säulen), die man den Quellgottheiten widmete.

Quellen: Spiegel Geschichte Nr.1 2009, „Das Ende des Römischen Reiches“, Seite 100 ff.
„Die Welt der Römer“, Aschendorff Verlag, S.238 ff.