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Römer Lexikon

Römische Päpste: Wie wurde man Papst?

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Auch Papst Franziskus lebt in Rom. Via wikimedia commons by Casa Rosada.

Die römischen Päpste

Eine offizielle Zählung der römischen Päpste gab es nicht. Doch rein theoretisch wäre Benedikt XVI. der 267. Papst der Weltgeschichte. Die Zählung lässt so einiges Staunen zu, denn beispielsweise Papst Johannes XX hat es nie gegeben! Infolge des historischen Irrtums, der sodann bemerkt wurde, behielt Papst Johannes XXI seinen Namen jedoch, um keine allgemeine Verwirrung zu erzeugen.

Wie wurde man zum Papst?

Der Bischof wurde in der kirchlichen Frühzeit vom Klerus und der Stadtbevölkerung mittels der Designation durch den Vorgänger gewählt. Diese Form der Basisdemokratie führte jedoch schon früh zu Querelen unter den rivalisierenden Gruppen. Der an stabilen inneren Verhältnissen interessierte Staatsapparat sah sich gezwungen einzugreifen; vor allem wegen der Konflikte um abgespaltene Lehren und deren Anhänger. Die christlichen Kaiser versuchten natürlich einen nach ihrer politischen Ausrichtung genehmen Kandidaten durchzusetzen. Papst Damasus I konnte im Jahr 378 erstmals einen Kaiser durchsetzen für eine unabhängige Papstwahl. Der Einfluss blieb jedoch bestehen.

Neue Regeln für die Papstwahl

Im Jahr 420 erließ Kaiser Honorius ein Edikt zur Papstwahl. Bei Doppelwahlen sollte keiner der beiden Rivalen das Amt erhalten und stattdessen eine neue Wahl erfolgen. Unter Papst Symmachus entschied sich eine Synode am 1. März des Jahres 499 ebenfalls für diese Vorgehensweise. Im Jahr 607 verbot eine Synode in Rom unter Bonifatius III Verhandlungen über die Nachfolge zu Lebzeiten eines amtierenden Papstes. Eine römische Wahlordnung zur Papstwahl tauchte erstmals auf einer Synode im April 769 auf. In dieser ordnete Papst Stephanus III das aktive Wahlrecht den Klerikern und das passive den Kardinalspriestern und Kardinalsdiakonen zu.

Bis in das Mittelalter musste die Papstwahl dem byzantinischen Kaiser bekannt gemacht werden, damit dieser die Papstwahl bestätigen konnte. Diese Praxis dauerte sogar noch an, als Italien als Reichsgebiet für Byzanz verloren war. Nachdem sich Italien nach Frankreich umorientiert hatte, garantierte der karolingische Kaiser Lothar I den Römern freie Papstwahl; allerdings unter der Voraussetzung, dass die Kandidaten vor der Wahl den Treueeid abgelegt hatten. Um dann Doppelwahlen zu vermeiden, musste der Kaiser die Wahl genehmigt haben und diese musste unter der Aufsicht seiner Gesandten stattfinden.

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