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Essen - Trinken - cena Römer Lexikon

Römisches Essen | Tafelluxus

Birnen,_Bohnen_und_Speck
Was kam auf den römischen Teller? (A. Bemeleit – gemeinfrei).

Was kam auf den römischen cena-Teller?

Auch wenn Martial ein Mehrgänge-Menü beschreibt, waren die Essen der Römer meist kein großer Luxus.

Meist nutzten die Römer die Zutaten, die für sie leicht und einfach auf den römischen Märkten erhältlich waren und aßen saisonale Speisen. Natürlich waren syrische Birnen und Kastanien da eine Ausnahme! Salat, Lauch, Kohl, Bohnen oder Speck etwa gehörten zu den Grundnahrungsmitteln der Römer und waren aus heimischer Herkunft. Auch Eier, Weintrauben oder als Trockenobst auch Rosinen, auch der Thunfisch waren in der römischen Küche durchaus gängig, denn sie waren so etwas wie klassische Massenware. Fisch überhaupt zählte nicht – wie bei uns häufig – zu den Delikatessen, denn Italien ist bekanntlich an vielen Stellen von Meer umgeben und die Fischerei machte den Konsum möglich als günstige Massenware – Salzfisch zählte gar zu den eher simplen Speisen auf der römischen Speisekarte. Auch Würste wurden von römischen Wursthändlern fertig zum Kochen oder Braten auf den zahlreichen römischen Märkten feilgeboten. Im Gegensatz zu Britannien war in Rom auch beispielsweise Pfeffer keine Luxusware. Sicherlich kam es auch immer auf die Lage des Landes an!

Birnen,_Bohnen_und_Speck

Tafel-Luxus bei den Römern

Zum Luxus wurde eine römische cena erst durch Zutaten, die nicht aus heimischem Anbau, also von weiter her stammten. Dazu zählten in der Antike beispielsweise exotische Gewürze und andere importierte Lebensmittel. Und die Römer hatten eine Vorliebe für stark gewürzte Speisen. Meist nutzten sie jedoch heimische Kräuter.

Das Wildkräutersammeln war in der Antike lange Zeit üblich – auch noch zu einer Zeit, als es bereits Kräutergärten in den Haushalten gab und diese in der Landwirtschaft als Feldanbau kultiviert wurden. Die römische Küche orientierte sich damit auch an der Jahreszeit. Zahlreiche Kräuter konnten getrocknet werden und wurden in diesem Zustand über das ganze Reich gehandelt. Auch in kältere Gefilde gelangten so die Gewürze aus dem Mittelmeerraum.

Das gab es bei den Römern nicht auf dem Teller

Viele Nahrungsmittel, die wir heute ganz selbstverständlich aus fernen Ländern importieren und im Supermarkt kaufen können, kannten die Römer gar nicht und teilweise gab es diese Speisen auch noch nicht. Orangen, die wir eigentlich als mediterrane Frucht kennen, wuchsen etwa ursprünglich in Südostasien und waren den Römern gänzlich unbekannt. Alle Tropenfrüchte, wie zum Beispiel Ananas, Bananen oder Papaya kamen in der römischen Küche nicht vor. Bemerkenswert außerdem: Die Kiwi, die wir heute in großen Mengen aus Italien importieren, ist eine sehr moderne Züchtung der chinesischen Stachelbeere – und damit ist tatsächlich eine Beere gemeint! Die Kiwi-Züchtung ist zudem erst einige Jahrzehnte alt.

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