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Römer Lexikon

Sippennamen, Gentilnamen und Beinamen …

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Ließ Cicero einen Sklaven frei, wurde dieser nach ihm benannt. Cicero-Büste aus dem Römershop.

Sippen- & Gentilnamen

In den alten adligen römischen Familienverbänden wurde die Abstammung noch hoch gehalten. Sippennamen bezeichneten ursprünglich die Herkunft von einem gemeinsamen Ahnen und galten dessen Andenken.

Der Ruhm einer Sippe galt bei den Römern als eines der höchsten Güter in der Adelsgesellschaft und es galt die entsprechende Anerkennung über die Jahre hinweg zu sichern. Dies führte sogar soweit, dass manche Ahnherren in die mythologische Zeit zurück gingen. So gehörte etwa Iulius Caesar der Sippe der Iulier – auch im Sippennamen – an. Diese verfolgten ihre Ahnen zurück bis zum Sohn des Aeneas, namens Iulius und hatten somit quasi Anteil an der Mythologie. Viele traditionsbewusste Träger eines großen Namens verpflichteten sich mit dem traditionellen Namen auch zu einer politischen Richtung. Während der mittleren und späten Republik galt deshalb ein Sippenwechsel als das deutlichste Zeichen für die Änderung einer politischen Gesinnung. Sippennamen waren bei allen Mitgliedern einer gens/Familie/Sippe gleich. Oftmals ließ sich aufgrund der Endsilbe des römischen Namens der regionale Ursprung der Sippe erkennen. So stammten etwa Aemilius, Iulius oder Claudius dem Namen nach, aufgrund des –us am Ende des Namens, aus Latium. Die Endung der Namen Mecenas oder Larinas, also das –as am Namensende, verriet die römische Herkunft aus etruskischen Landen.

Römische Beinamen

Da sich die römischen Familienverbände im Laufe der Jahrhunderte zunehmend verzweigten, wurde es notwendig, die römischen Abstammungslinien durch Beinamen zu unterscheiden. Etwa ab Beginn des 1. Jhd. v. Chr. wurden also die Beinamen zum festen dritten Bestandteil des Namens. So hatte der Gens Cornelia neben weiteren etwa die Zweige Scipio und Balbus. Der Zweig Scipio wiederum hatte wiederum den Unterzweig Nascia angenommen.

Sklaven besaßen hingegen weiterhin nur einen Rufnamen. Sie nahmen am römischen Namenssystem, der wie ein römischer Beiname verwandt wurde, nicht teil. Bei einer Freilassung übernahmen die römischen Sklaven den Gentilnamen ihres Herrn und seit der Kaiserzeit auch dessen Vornamen. Der römische Rufname fungierte nun als echter Beiname. Diese Praxis rief auch exotische Namen hervor aus jenen Gebieten, aus denen die Sklaven stammten. Griechische, orientalische, keltische oder germanische Namen wurden auf diese Weise populär. Der von M. Tullius Cicero freigelassene Sklave Tiro hieß dann zum Beispiel M. Tullius Tiro. Gab es unter den Sklaven oder Freigelassenen Verwechslungsmöglichkeit, so wie in herrschaftlichen Haushalten mit vielen Angestellten, wurden zwei Beinamen vergeben. Der zweite Name ging nach dem vorherigen Herrn.

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