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Römer Lexikon

Epoche des römischen Imperialismus

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Europäischer Gedanke – römischer Imperialismus; Dbachmann; Creative Commons Attribution-Share Alike.

Die Epoche des römischen Imperialismus beginnt

Die Annexion Siziliens war für die Römer eine schicksalsschwere Entscheidung, denn damit verließen sie das italische Festland und gewannen die erste, außeritalische Provinz.

Eine neue und lange andauernde Phase der römischen Geschichte nahm hiermit ihren Anfang: Die Epoche des römischen Imperialismus über die Grenzen des Mutterlandes hinaus.

Gebeutelte Karthager

Der Verlust Siziliens war für die Karthager ein folgenreicher Schaden. Doch bereits ein Jahr nach dem Ende des Ersten Punischen Krieges drohten ihnen weitere Gefahren. Weil Karthago ihnen den Sold schuldig blieb, begannen rund 20.000 Söldner, die nach Nordafrika zurück gekehrt waren, zu meutern und schließlich marschierten sie gegen Karthago. Drei Jahre lang herrschte ein grausamer und erbitterter Krieg, bis die Söldnerverbände aus verschiedenen Völkern geschlagen werden konnten.

Doch unmittelbar nach Ende des Söldnerkriegs erhoben sich im Jahr 238 v. Chr. Kameraden dieser Rebellen auf Sardinien gegen die Karthager und riefen Rom zur Hilfe. Die Römer schickten Truppen und ließen an der Südwestküste der Insel die karthagischen Festungen besetzen. Karthago war machtlos und Rom annektierte daraufhin die Inseln Sardinien und Korsika.

Zeit der Neuerungen

Um die Moral der Römer zu stärken, hatte die römische Regierung zu Beginn des Ersten Punischen Kriegs eine Einrichtung geschaffen, die sich großen Zuspruchs erfreute: Die Gladiatorenkämpfe. Die ersten Paarkämpfe traten 264 v. Chr. bei einer Totenfeier auf. In den folgenden 50 Jahren wuchs die Zahl der Paare auf ganze 22 bei nur einer Gelegenheit zu der sie Auftraten an. Durch den Ersten Punischen Krieg kam es zudem auch zu vielen Neuerungen, denn die griechische Welt erhielt nunmehr Einfluss in Rom. Die neuen Kontakte mit Süditalien und Sizilien führten dazu, dass viele Griechen nach Rom kamen und ihre Kultur verbreiteten – das galt insbesondere hinsichtlich Sprache und Literatur.

Der Punische Krieg setzte außerdem zwei Meilensteine in der Entwicklung des römischen Rechts. Römische Juristen traten hier ins Feld, welche als Berater den Prätoren, Richtern und anderen Beamten zur Seite standen. Diese Juristen nahmen zum Beispiel auch an Verhandlungen zur Urteilsfindung teil und standen so viele Jahre lang im Mittelpunkt des römischen Rechtslebens und trugen zu den Lebensgewohnheiten bei, die heute noch die westliche Welt bestimmen.

Römischen Imperialismus etablieren & europäischer Gedanke

242 v. Chr. wurde schließlich in Rom eine zweite Prätur zur Ergänzung des städtischen Prätors eingerichtet. Der neue praetor peregrinus war zuständig für Streitigkeiten, bei denen mindestens eine Partei kein römischer Bürger war. Die Schaffung dieses neuen Amts trug wesentlich zur Entwicklung des Fremdenrechts (ius gentium) bei – eine Erschaffung mit geradezu europäischen Gedanken!

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