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Römer Lexikon

Göttin Vesta und das ewige Feuer

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Zum Neujahrstag entfachte sich das ewige Feuer der Göttin Vesta.
By Kropsoq (Gnu free) via wikimedia commons.

Tempel und das ewige Feuer der römischen Göttin Vesta

Im Inneren der römischen Göttin Vesta brannte ein ewiges Feuer, das an jedem römischen alten Neujahrstag, das war zu dieser Zeit der 1. März, neu entfacht wurde und sich damit selbst weihte.

Die Vestalinnen des Vesta-Tempels entfachten das Feuer im Freien und brachten es mit einem so genannten cribrum, einem Siebgefäß nach Drinnen. Die römischen Vestalinnen hatten hierfür griechische Vorbilder. Im Hestai-Tempel in Delphi holten sich die griechischen Vertreter der Städte in langen Prozessionen das heilige Feuer im Apollotempel der Göttin. Diese Tradition war jedoch kein Feuerkult, sondern vielmehr ein Kult um die nicht erlöschende Glut, wie sie in den häuslichen Herden sein sollte. Der Sage nach soll die Göttin das erste Feuer selbst an jener Stelle entfacht haben, an der Aeneas die Stadt Lavinium gründete. Das Feuer galt der römischen Göttin zudem als Waffe, da die römische Vesta im Gegensatz zu vielen anderen Göttern der römischen Frühzeit unbewaffnet daher kam. Das Feuer wurde schließlich durch Kaiser Theodosius I im Jahr 392 gelöscht. Er ließ seinerzeit alle heidnischen Kulte verbieten.

Göttin Vesta: Der römische Vesta-Kult

Im Tempel der römischen Göttin Vesta ehrten die Römer außerdem das palladium, ein Kultbild der Göttin Athene, das der römischen Sage nach aus den brennenden Ruinen Trojas gerettet worden war. Die Griechen waren allerdings der Meinung, dass Odysseus diese Rettung vollbracht hatte. Neben dem ewigen Feuer im Tempel der Vesta hatte auch Wasser eine Bedeutung.

Dieses musste die gleiche Reinheit wie das Feuer besitzen, weshalb die Vestalinnen es aus einer Quelle außerhalb der Porta Capena im Süden Roms schöpften. Das so genannte futtile, in das sie das Wasser abschöpften – vermutlich eine Art Krug – durfte während des Transports zum Vesta-Tempel nicht auf dem Boden abgestellt werden.

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Göttin Vesta und das Salz

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Andere Elemente des Vesta-Kults waren far, Speltweizen und Salz. Das Urgetreide wurde durch Rösten und der Beigabe von Salz haltbar gemacht. Das Getreide wurde allerdings zu dieser Zeit nicht mehr in der Ernährung verwendet, sondern ausschließlich für Kulthandlungen. Salz lagerten die Römer in ihrem penus, dem Vorratsraum, den jedes Haus besaß. Als muries, eine Salzlake, lagerte es gewöhnlich in einem Gefäß, um es vor dem Klumpen zu schützen. Vermutlich entstand die Verbindung zwischen der römischen Göttin Vesta und dem Salz zu etruskischer Zeit, denn die etruskischen Könige waren stolz auf ihr Salzmonopol und standen dem Vesta-Kult bereits nahe.