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Römer Lexikon

Landwirtschaft und Sklaverei im antiken Rom

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“De agri cultura” von Cato; Biblioteca Medicea Laurenziana.
Via wikicommons by Sailko (commons).

Landwirtschaft und Sklaverei im antiken Rom

Die Landwirtschaft der alten Römer hat Cato in seiner Abhandlung „De agri cultura“ – über die Landwirtschaft – eingehend beschrieben.

Das lateinische Werk ist die erste Prosaschrift, die vollständig überliefert ist. Nach Meinung Catos ist der Besitz eines gemischten Betriebs, nach wissenschaftlichen Methoden bewirtschaftet, die sicherste Quelle für einen guten Gewinn. Cato zeichnet dabei ein detailliertes Bild jener Tage von Unternehmen, Landwirtschaft und Handel, dem Kreditgewerbe und den verschiedenen Industriezweigen im antiken Rom. Um diese Betriebe entsprechend effizient verwalten zu können, müsse man nach Cato, seine Sklaven richtig einsetzen. Die Sklaverei war von den Phöniziern in Europa eingeführt worden und von den Griechen und den Römern übernommen worden. Nach den Feldzügen im 2. Und 3. Jhd. v. Chr. standen Sklaven in großer Anzahl zur Verfügung. Allein im Ersten Punischen Krieg gab es über 75.000 Kriegsgefangene. Auch Vorderasiaten wurden auf den großen Sklavenmärkten in Capua oder Delos umfangreich gehandelt. Bis zu 20.000 Sklaven am Tag wurden dort verkauft!

Sklaverei: Sklaven und Haustiere …

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Cato vertrat die Meinung, dass Sklaven ebenso behandelt werden sollten wie Haustiere. Tatsache war, dass Sklaven keine Rechte besaßen und keinerlei Schutz genossen innerhalb der herrschenden Gesellschaft. Haussklaven lebten in der Regel jedoch unter einigermaßen humanen Bedingungen. Griechische Sklaven wurden etwa als Sekretäre eingesetzt und arbeiteten unter anderem als Lehrer oder Ärzte!

Auf dem Land erging es den meisten Sklaven allerdings sehr viel schlechter. Die in der Landwirtschaft arbeitenden Sklaven wurden sogar in Ketten gehalten und auch Cato vertrat die Meinung, dass man Sklaven auch umkommen lassen könne, wenn die alt oder arbeitsunfähig geworden waren. Jedoch war er auch der Ansicht, dass man die Sklaven und die Haustiere gleichermaßen so gut pflegen solle, dass sie möglichst lange zum Ertrag beisteuern können. Es gab viele Sklavenhalter, die ebenso dachten wie Cato. Viele aber behandelten ihre Sklaven auch sehr grausam. Auf den Ausbruch stand die Todesstrafe, aber dennoch versuchten viele Sklaven aus ihrer Gefangenschaft zu entkommen. Die klassische römisch-griechische Gesellschaftsstruktur wurde im 2. Jhd. immer wieder durch Sklavenaufstände gefährdet. Akute soziale Spannungen prägten lange Zeit den gesamten Mittelmeerraum. Letztlich war es den römischen Sklaven zu einem großen Teil zu verdanken, dass die Landwirtschaft in Italien unter römischer Herrschaft aufblühte.

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