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Römer Lexikon

Mochten Römer Obst? | Rezept für Liebhaber!

Obstkorb
Stillleben: Carl Massmann (1859-1929); Öl auf Karton (Dorotheum).

Aßen Römer Obst?

Aber wie! Obst war besonders als Nachtisch beliebt bei den Römern. Die wichtigsten Obstsorten waren Feigen, Äpfel und Birnen, von denen bis zu 30 verschiedene Sorten gezüchtet wurden.

Außerdem standen Quitten, Pflaumen, Granatäpfel, Maulbeeren, Pfirsiche, Aprikosen, Kirschen und Strauchbeeren auf dem Speiseplan der Römer. Zitrusfrüchte waren nicht völlig unbekannt, jedoch spielten sie als Nahrungsfrüchte keine große Rolle.

Neben dem Verkauf von Frischobst, bemühten sich Händler auch darum, Obst durch Kandieren mit Honig und anderen Konservierungsmitteln, zu trocknen und haltbar zu machen. Außer als Dessert wurde Obst auch in Vorspeisen oder Hauptgerichten verwendet. Pfirsich- oder Birnenaufläufe waren etwa beliebt oder Aprikosen-Vorspeise.

Aprikosen nach Apicius – man öffne den Magen für die Mahlzeit!

Obstschale Römershop
Obstschale aus dem Römershop.

Apicius– der berühmteste Koch der Antike – empfiehlt: Aprikosen-Vorspeise! Denn Obst öffnet auch den Magen. In de re coquinaria (IV 5,4) ist zu lesen: Säubere gerade, feste Aprikosen, entsteine sie und kaltes Wasser und lege sie in eine Pfanne. Stoße Pfeffer, getrocknete Minze, gieße liquamen (Fischsauce) dazu und gib Honig, Most, Wein und Essig dazu.

Gieße es in die Pfanne über die Aprikosen, gib ein wenig Öl dazu und koche auf kleiner Flamme. Wenn es gekocht hat, binde mit Stärkemehl. Streue Pfeffer darauf und serviere!

Römer süßten Speisen mit Obst und Honig!

Obst wurde auf dem Markt verkauft. Spezielle Obstgeschäfte lagen in Rom unter anderem am Circus Maximus oder (die feinere Adresse) an der Via Sacra. Auch fliegende Händler deckten den Bedarf an Obst ab. Obstkörbe waren auch als kleine Geschenke beliebt! Römer mochten nicht nur Obst, der wichtigste Süßstoff des Altertums war Honig. Als weitere Zucker-Lieferanten dienten süße Früchte wie Datteln, Feigen oder Weintrauben. Auch kochten die Römer Most auf- und dick ein und nutzten diesen zum Süßen für Speisen und Wein, aber auch zur Obstkonservierung. Der Most, in unterschiedlicher Konsistenz, war ein preiswerter Ersatz für Honig. Zuckerrüben kannten die Römer nicht.

Liebhaber: der Römer Obst

Ovid empfiehlt übrigens dem Liebhaber, seiner Herrin ab und zu Obst zu schenken und dabei ruhig ein wenig zu flunkern: „Sie seien dir von einem Landgut vor den Toren der Stadt geschickt worden, kannst du sagen, auch wenn sie in der Heiligen Straße gekauft sind.“ (ars am. II 261 ff.).

Cato r. r. 7 f.; 133; Verg. Georg. II 69 ff.; Colum. V 10; X 400 ff.; Plin. NH XV 37 ff.; Mart. XIII 23 ff.; 42 f.; 46.

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