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Römer Lexikon

Römische Götter: Robigus & Maia

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Der römische Gott Robigus sollte das Getreide schützen.
By “Bin im Garten” via wikimedia commons.

Der römische Gott Robigus

Außergewöhnliche römische Götter gab es bei den Römern! Der römische Gott Robigus, in weiblicher Form auch als Robigo, wurde als Gottheit in der Landwirtschaft geehrt.

Er/sie symbolisierte den Getreiderost oder den Rostbrand, die beide Getreidekrankheiten sind. Alljährlich wurde am 25. April ein Sühnefest begangen, das der Überlieferung nach von König Numa, dem zweiten König von Rom (750 – 672 v. Chr.) initiiert wurde: Die Robigalia. Um die Krankheiten am Getreide abzuwehren, vollzog der Flamen Quirinalis ein Opfer zu Ehren des Gottes. Als Kult-Orte sind ein Hain beim fünften Meilenstein der Via Claudia und einer an der Via Nomentana benannt. Ob das Fest gleichzeitig an beiden Orten stattfand ist nicht geklärt, doch durch die persönliche Erfahrung von Ovid ist über den Ablauf der Feierlichkeiten einiges bekannt: „Der Spezialpriester des Quirinus ging gefolgt von einer in Weiß gehüllten Schar Gläubiger in den Hain, um die Eingeweide eines Hundes oder Schafes dem Gott zu opfern.

Römische Götter: Was der Hund damit zu tun hat …

Dabei sprach der Priester ein Gebet. An seiner rechten Seite lag ein Handtuch mit losen Noppen, eine Schale Wein sowie ein Weihrauchkästchen. Wein, Weihrauch, die Eingeweide sowie das schmutzige Gekröse einer Hündin.“ Ovid stellt sodann die Frage, warum ein Hund geopfert wird? Als Begründung nannte man ihm, dass die frühreife Saat darauf auf den Feldern dörrt, wenn am Sternenhimmel das Bild des Hundes Ikaros aufgeht. Stellvertretend für diesen Stern wird ein Hund geopfert und mit ihm der Name getötet. Aus dem Stadtkalender von Paeneste ist überliefert, dass an diesem Fest Burschen unter 18 Jahren einen Umlauf veranstalteten.

Die Göttin Maia

In der antiken Welt gab es gleich zwei göttliche Wesen mit Namen Maia: eine Griechische und eine Römische. Die beiden verschmolzen, wie so viele Götter im antiken Götterhimmel.

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Die griechische Maia

Maia war mythologisch die Tochter von Atlas. Durch Zeus wurde sie Mutter des Hermes, der hernach in Kulthandlungen auch Maia deys, Maias yios oder Maias pais genannt wurde. Anfangs erschien Maia als eine lokale Muttergottheit. Später dachte man sie sich als die führende Nymphe des arkadischen Kyllene-Gebirges, wo sie in einer Höhle Hermes gebar. Die Mythologie des Hermes aber vernachlässigt Maia. Sie erhielt Züge als Koyrotrophos (Hege über streitbare Männer) und als Hüterin von Schätzen. Hesiod und Simonides reihten die Berggöttin schließlich unter den Pleiaden ein.

Römische Götter: Die Gottheit Maia

Die römische Maia, auch Maiia genannt, war eine alte latinische Gottheit. Sie gab dem Monat Mai ihren Namen. Im oskischen hieß der Monat Maesius, was so viel wie Samen bedeutet. Von Anbeginn stand sie in enger kultureller Verbindung mit Volcanus. Denn der flamen Volcanalis opferte der römischen Göttin Maia der Sage nach am 1. Mai eine trächtige Sau. Unter ihrem Namen Maiesta ist die römische Göttin Maia Partnerin des Vulkan. Früh wurde die römische Maia mit der griechischen Maia verwechselt, die aber bereits als Pleiade in den Himmel entrückt war. Als Mutter des Hermes trat sie zu Mercurius und in diesem Zusammenhang opferten die Römer ihr jedes Mal am 15. Mai des Jahres. In Tusculum gab es – man höre und staune! – zudem einen Gott Maius, der Iuppiter gleichgesetzt war! Die Bezeichnungen und Ableitungen für die römische Göttin Maia leiten sich übrigens vom altitalischen Wort magia ab, das Kraft der Vermehrung bedeutet und „der Größte“.

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