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Römer Lexikon

Römische Hochzeit: Rituale und Feier

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Schon bei Römern gab es Eheringe. via wikimedia commons.

Die römische Hochzeit

Die römischen Hochzeitsrituale und -zeremonien dienten dem Zweck der Eheschließung und im Vordergrund standen dabei Kultur und Religion. Der Bund von Mann und Frau wurde bei den Römern durch Opfer besiegelt und bekräftigt. Das Paar sollte mit den Riten kultisch gereinigt, gestärkt und seine Fruchtbarkeit gesteigert werden. Die römische Braut stand im Mittelpunkt dieser Zeremonien und sollte geschützt das Haus des Bräutigams erreichen, wo sie offiziell in ihren neuen Status als Ehefrau und Mutter eingeführt wurde. Vor einer römischen Hochzeit standen stets einige vorbereitende Maßnahmen. Meist wurde zuvor eine Verlobung bekannt gegeben, die jedoch nicht zwingend erforderlich war.

Auch die Auswahl des Datums für die Hochzeit war für die Römer eine entscheidende Angelegenheit.

Die römische Verlobung – ein Kann, kein Muss …

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Schmückendes aus dem Römershop.

Die Verlobung war bei den Römern für eine anschließende Hochzeit nicht nötig, wurde aber dennoch meistens kundgetan. Denn aus der Verlobung resultierte eine gesellschaftliche und moralische Verpflichtung, die versprochene Ehe auch zu schließen. Die Verlobten, vor allem jedoch die Frau, sollten sich ab diesem Zeitpunkt bis zur Eheschließung von gesellschaftlich bedenklichem Umgang fernhalten. Bei der Verlobung reichte der Bräutigam seiner künftigen Braut ein Handgeld (arra) oder einen Verlobungsring. Den Ring trug die Römerin am Ringfinger der linken Hand.

Der Glaube besagte, dass von diesem Finger aus ein Nerv direkt zum Herzen führe, dem Zentrum aller seelischen Empfindungen. Der Ring war meist aus Metall, konnte jedoch auch aus Glas oder geflochtenem Haar beschaffen sein. Lediglich aus Blei durfte der Verlobungsring nicht sein, da dies nicht nur als minderwertig galt sondern zudem mit der Unterwelt verhaftet und somit Unglück bringend. In dem Verlobungsring konnten Glückszeichen, Namensmonogramme, Gemmen oder Perlen eingearbeitet sein. Das Handgeld oder auch ein kostbares Geschenk, konnte bei einer Verlobungsauflösung zurück gefordert werden.

Wahl des Hochzeitstermins

Im römischen Glauben gab es zahlreiche ungünstige Tage für eine Hochzeit, an denen die Ehe unter schlechtem Vorzeichen gestanden hätte. Auch die vielen römischen Festtage kamen als Hochzeitstermin nicht in Frage. Die Auswahl wollte auf einen Tag fallen, der Glück verheiße, um die Ehe durch göttliche Zustimmung zu begünstigen. Die Römer befragten in diesem Falle die Auguren. Diese führten sodann astrologische Berechnungen durch, beobachteten Opferzeichen und schlugen hernach einen Termin vor.

Außerdem gab es einige Tage, die generell mit einem negativen Vorzeichen belastet waren: Der Monat März galt etwa als ungeeignet, da dies der nach dem römischen Gott Mars benannte Monat war und somit dem Krieg gewidmet war. Auch im Mai waren die Termine schwierig zu finden, denn dann fanden die meisten Erd- und Unterweltfeste statt. Zudem waren sämtliche dies religiosi und die dies endotercisi im für eine Eheschließung ausgeschlossen. Die Morgen- und Abendstunden galten an diesen Tagen als so genannte nefas, an denen keine rechtsrelevanten Handlungen begangen wurden.

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