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Römer Lexikon

Römische Götter | Göttin Fama als Gerüchtebotin

Posaune
Oftmals wird die Botengöttin Fama mit einer Posaune dargestellt. Via Pixabay by Antranias.

Römische Göttin Fama

Die römische Göttin Fama gilt als Botengöttin des Jupiters und verkörpert das Gerücht und Gerede der Menschen, das sich aus winzigen Quellen mit großer Geschwindigkeit zu Mächtigem ausbreiten kann.

So ist denn der Name selbst Programm: Fama heißt zu Deutsch Gerücht. Die Göttin wurde von der Gaia hervorgebracht und war für sie wie eine jüngere Schwester. Fama ist das personifizierte Gerücht und die Stimme der Leute – egal, ob die Wahrheit gesprochen wird oder gelogen. Die Bestimmung der Botengöttin und der Wächterin der Gerüchte ist es, dass sie niemals schläft und nachts über die ganze Erde zieht. Am Tag hält sie sich auf Dächern und Türmen auf, von wo aus sie am besten das Gerede der Menschen verfolgen kann und es mit dem Wind weiter trägt. Die Fama wurde deshalb stets mit Flügeln und einem Federkleid dargestellt. Zudem stellten sich die Römer sie mit unzähligen flüsternden Mündern und lauschenden Ohren vor. Ihr Gefieder ist schwarz, wenn sie Unwahrheiten hinaus trägt und weiß, wenn sie die Wahrheit verbreitet – ein Unterschied jedoch, der kaum wahrnehmbar ist.

Die Göttin Fama nach Ovid

Laut Ovid in den Metamorphosen, gibt es im Weltall einen Ort, von dem aus alles sichtbar und zu hören ist. Dort wohnt laut seiner Erzählung die Fama. Ihr Haus hat tausend Eingänge und Fenster und ist aus klingendem Erz gebaut, so dass der Schall überall unaufhörlich wispert und weiter getragen wird. An diesem Ort wohnen die Leichtgläubigkeit (credulitas), der unbesonnene Irrtum (error), die grundlose Freude (laetitia), der aufgescheuchte Schrecken (timor), Aufruhr und das Geflüster zweifelhaften Ursprungs. Die Göttin des Gerüchts selbst sieht, was im Himmel, im Meer und auf der Erde vorgeht, und nimmt die ganze Welt wahr. Oftmals trägt die römische Göttin Fama des Gerüchts in der künstlerischen Darstellung neben den Flügeln und Federn eine Posaune, um Wahres, wie Falsches lauthals kund zu tun.

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