Römischer Gott Silvanus: Hütet das Haus!

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Altar mit Flachrelief des Gottes Silvanus (Marmor) – Gnu free by Jean-Pol GRANDMONT.

Der römische Gott Silvanus

Silvanus war ein römischer Waldgott. Wie auch Saturnus, galt er als einer der großen Götter des goldenen Zeitalters, als Gott des bäuerlichen Weltbildes und als Erfinder des Pflanzenbaus.

Er verkörperte die Macht der Natur und des Wachstums. Allerdings wurde er nur im privaten Bereich verehrt. In der Literatur wird der römische Gott Silvanus als horridus (struppig) dargestellt, allerdings bestätigen bildliche Darstellungen dies nicht, denn dort ist der Waldgott Silvanus meist ordentlich mit langem, gelockten Haar und einem Bart dargestellt. Frühere Bilder des Silvanus zeigen ihn auch spärlich bekleidet, meist nur mit einem Schaffell und einer Tiermütze aus dem Fell eines Bären. Eines der Hauptattribute des römischen Gottes Silvanus ist ein Kranz aus Pinienzapfen oder ein Zweig eines Pinienbaumes. Diesen hält er in seinen Händen.

Silvanus hütet das Haus

Wie die Laren, hatte der römische Gott Silvanus als Attribut den Hund als Begleiter. Und auch sonst stand der Waldgott in der Nähe zu den Laren und Penaten, war vielleicht sogar ein einzeln auftretender Lar. Denn wie auch die Laren und Penaten wurde Silvanus nur im Privatkult verehrt. Auch wenn die Lares praestites und Penates publici im Kalender des Staatskultes verzeichnet waren, so waren sie unter dieser Bezeichnung als Schutzgottheiten des gesamten res publica zu sehen. Silvanus hatte jedoch kein öffentliches Pendant. Im Privatkult wurde Silvanus als Grenzwächter (tutor finum) verehrt und jedes Haus besaß einen eigenen Silvanus domesticus.

Gesellschaftliche Rolle: Gott Silvanus

Damit beschränkte sich die Macht von Silvanus nicht allein auf die Wälder. Er hütete auch die urbaren Felder und sogar die Gärten an den Häusern. Ihm oblag es, über die Grenzen von Grund und Boden zu wachen. Hierbei war es scheinbar so, dass Silvanus nur eine einzelne Grenze bewachte. Denn die römischen agrimensores (Feldvermesser) lehrten, dass jeder Besitz mindestens drei Silvani haben müsse, sodass ein Dreieck gebildet werden kann. Diese Rolle des römischen Gottes Silvanus als Grenzwärter ist auch gesellschaftlich zu verstehen. Gegensätzliche Pole bestimmten das Leben der Menschen in der Antike: Öffentlichkeit – Privatbereich, Arbeit – Muße (negotium et otium), städtischer Wohnung – villa rustica (urbanus et rusticus), Staatskult – Privatkult.

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