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Römer Lexikon

Frauen in der Antike und ihre Arbeitswelt

Die Frauen in der Antike

frauen in der antikeTypische Attribute der Damenwelt hatten bei den Römern (Publius Ferrarius Hermes) nicht viel mit Arbeit zu tun. Es waren beispielweise Spiegel, Kamm, Haarnadeln, Kosmetikfläschchen und Haussandalen.

So wollte es das gesellschaftliche Normbild – der Mann war für die Arbeit zuständig, die Frau für den Haushalt und das Schönsein.

Hatten römische Männer ein Problem mit Frauenarbeit ? 

Offiziell gab es Frauenarbeit nicht – laut literarischer Überlieferung.

Denn in der literarischen Überlieferung kommt Frauenarbeit nicht vor – wenige Ausnahmen sind im Bereich der „leichten Muse“ (Schauspielerinnen, Musikantinnen oder Tänzerinnen) oder der ganz „leichten“ Arbeit (Prostitution) zu finden.

Allein die Hausarbeit obliegt der Matrone und dieses Oberschicht-Ideal wird unterschiedslos auf alle Schichten der Gesellschaft übertragen.

Und römische Sklavinnen ?

Selbst auf arbeitende Sklavinnen trifft man in der – von Männern verfassten – Literatur nur selten. Eine Ausnahme bildet hier die Tätigkeit der in der Regel unfreien vilica (Verwalterin), die mit ihrem Mann den Gutshof versorgte. Dies traf auch auf Kleinbauern zu. Dass jedoch Frauenarbeit in den unteren Gesellschaftschichten weitverbreitet war, geht aus zahlreichen Inschriften mit Berufsangaben von Frauen hervor.

Im Ganzen sind sogar 103 Frauenberufe bekannt. Die meisten fallen allerdings in Berufsfelder, die dem „offiziellen“ Normbild noch einigermaßen nahe stehen – Spitzengruppe bilden die Ammen (nutrices). Weitere im sozialen Bereich angesiedelte Beruf waren Hebammen (obstetrix), Ärztin (medica) und Erzieherin (educatrix; paedagoga).

frauenarbeit in der AntikeUnter den zahlreichen Dienstleitungstätigkeiten im häuslichen Umfeld, die vornehmlich von Sklavinnen ausgeführt wurden, nahm der Beruf der Friseurin und Kosmetikerin (ornatrix) den führenden Platz ein.

Frauen in Einkaufsläden, na klar !

Auch im Handel war Frauenarbeit üblich: Lebensmittel, Wein, Gemüse und Obst wurden von Verkäuferinnen feil geboten. Im Handwerk oder in manufaktur artiger Produktion waren Frauen wohl eher selten zu finden – außer im Textilgewerbe.

Frauen in der AntikeIn akademischen oder künstlerischen Berufen waren Frauen in der Antike allerdings hoffnungslos unterrepräsentiert. Nur ganz selten stößt man auf eine Juristin (advocata), eine Malerin (pictor – hier wurde sogar die männliche Form beibehalten), eine Dichterin (poeta – ebenfalls männlich) oder eine Philosophin (philosopha).

Unternehmerin

Auch als Unternehmerinnen reüssierten Frauen kaum –mit einer Ausnahme: Die pompejanische Ziegelei-Besitzerin Eumachia stieg sogar zur Schirmherrin des Berufsvereins auf.

Just for fun !

Ein ganz anderes Bild bietet die Unterhaltungsbranche. Schauspielerinnen (mimae, pantomimae), Musikantinnen (tibicinae, psaltriae, musicae usw.) und Tänzerinnen (saltatrices, Gaditanae usw.) gab es in gar nicht so geringer Anzahl. Allerdings war ihr gesellschaftliches Renommee denkbar gering. All diese Berufe zählten zur Halbwelt und wurden oft in einem Atemzug mit Prostitution genannt.

Nicht minder übel beleumundet waren Frauen, die in gastronomischen Berufen arbeiteten. Sie galten als typische Barfrauen, die sich gegen entsprechenden Liebeslohn mit Gästen ins „Séparée“ zurück zogen. Da Prostitution in der römischen Gesellschaft eine erhebliche Rolle spielte, verwundert es nicht, wenn neben den erwähnten, etwas diffusen Tätigkeiten im Rotlicht-Milieu viele Frauen ihren Unterhalt auch ohne „bürgerliche“ Tarnung als Huren verdienten.

Zum Glück ist das Vergangenheit

Frauenarbeit war bei den Römern, das erweist diese Zusammenstellung, meist ungelernte Arbeit. Jedoch ist die Zahl der freigeborenen berufstätigen Frauen gering – dies fiel eher Sklavinnen und Freigelassenen zu.

Die Quellen zu Frauen in der Antike:

QQ: Cato r. r. 143; Varro I 17,2; Hor. Sat. 12,55 ff.; Colum. XII 1 ff.; Juv. VI 400 f.; 592 ff.; XI 162 ff.; Mart. V 78,25 ff.; Tac. Ann. XV 32; Salv. Ep. I 6; Dig. XXIII 2,43; inschriftl. Belege: Zusammenstellung der Frauen-Berufe bei Eichenauer, Arbeitswelt 56 ff.; Evans, War, women, children 210 ff.

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