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Römer Lexikon

Göttin Fides: Personifikation des Vertrauens

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Der Olivenzweig war Attribut der römischen Göttin Fides. By Hans Bernhard (Schnobby) via wikimedia commons.

Fides: Personifikation des hohen Vertrauens

Fides (lat. Fidēs für Vertrauen, Treue, Glaube) war in der römischen Religion die Personifikation des Vertrauens, der Treue und des Eides. Von den Römern wurde die Göttin Fides auch unter dem Namen Fides Publica Populi Romani, in der Übersetzung: „allgemeine Vertrauenswürdigkeit des römischen Volkes“, geehrt.

Fides mit der Olivenzweigkrone

Der Tempel der römischen Göttin Fides, der im Jahr 254 v. Chr. vom römischen Konsul Aulus Atilius Caiatinus geweiht wurde, lag auf dem Kapitol in Rom nahe dem Jupitertempel. Im Tempel der römischen Göttin Fides unterzeichnete und verwahrte der römische Senat Verträge mit anderen Staaten und vertraute sie damit dem Schutz der Göttin Fides an. In der Darstellung ist die römische Göttin Fides eine junge Frau, die mit einem Olivenzweig gekrönt ist und einen Schleier oder eine Stola trägt.

Als Attribute hält sie in ihren Händen ein Füllhorn, eine Schale, Ähren oder einen Fruchtkorb. Auch mit einer römischen, militärischen Standarte wurde die römische Göttin Fides manchmal ausgestattet. Die Priester der römischen Personifikation der Treue und des Glaubens trugen weiße Kleidung und symbolisierten die Verbindung von der Göttin Fides zu den höchsten Göttern des antiken Götterhimmels: Jupiter und Dius Fidius.

Fides auf den zwölf römischen Tafeln

Der Überlieferung nach führte Roms zweiter König Numa Pompilius jährliche Festspiele zu Ehren der Göttin Fides ein und bestimmte, dass die höheren Priester, die drei flamines maiores, in einem mit Pferden bespannten, überdachten Wagen zum Tempel gebracht wurden. Dort sollten die römischen Priester einen Gottesdienst für die römische Göttin Fides halten mit bedecktem Haupt und bis zu den Fingern eingehüllten Händen.

Auf diese Weise sollten sie Vertrauen versinnbildlichen und absolute Hingabe zu Fides zeigen. Die römische Göttin Fides personifiziert Tugenden wie Verlässlichkeit, Glaube und Treue und umfasst auch das Treueverhältnis zwischen Patron und Klient. Die Bedeutung der Göttin Fides zeigt sich in ihrer Erwähnung in dem schon 450 v. Chr. entstandenen Zwölftafelgesetz, eine römische Gesetzessammlung auf zwölf hölzernen Tafeln, die auf dem Forum Romanus aufgestellt wurde.

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