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Römer Lexikon

Kannten Römer Kleidermoden?

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Tunika: Selbst machen – im Römershop!

Kannten die Römer Kleidermoden?

Was die Kleidung anging, waren selbst wohlhabende Römer nicht sonderlich erfinderisch. Man trug Tunika und Toga, Männer von höherem Stand auch mit einem Purpurstreifen.

Bis in die hohe Kaiserzeit gab es für Männer wenige Gestaltungsmöglichkeiten, was ihre Tracht betraf.  Dies galt allerdings nicht für Frauen oder jene Neureichen, die nicht Ritter oder Senatoren waren. Doch auch die Varianten der modischen Frauengewänder blieben in der römischen Antike recht eingeschränkt. Römische Frauen legten dagegen größeren Wert auf Schmuckaccessoires. Als anrüchig galten schon damals transparente Stoffe, welche die Weiblichkeit betonten. Und auch schon damals beeindruckte das die römischen Damen wenig.

Edle Stoffe aus dem Orient und Haarschmuck bei den Römern

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Auch edle Stoffe gibt es im Römershop!

Edle Stoffe und Farben importierten die Römer schon früh aus dem Orient, ebenso wertvolle Essenzen und Duftstoffe. Plinius bemaß einmal zu seiner Zeit den Wert der aus dem Osten eingeführten Luxuswaren mit 100 Millionen Sesterzen im Jahr. Und bei dieser Zahl muss man davon ausgehen, dass dies nicht der tatsächliche Wert war, denn aus Zollgründen wurde der Warenwert meist niedriger angegeben. Die Römer ergänzten ihre „Mode“ in der Kleidung durch aufwendige Frisuren, die natürlich Trends unterlag. Sogar bei den Männern! Der jeweilige Herrscher gab meist vor, welche Frisur oder auch Bart-Mode angesagt war. Viele römische Frauenportraits zeigen kunstvolle Frisuren, die oftmals auch aus Perücken oder Haarteilen bestanden. Römische Frauen liebten zudem blondes Haar, das von germanischen Frauen importiert wurde und als Haarteile in die Frisur integriert wurde. Auch hier nutzten die römischen Frauen gerne Schmuck und die Frisuren wurden mit goldenen Haarnetzen oder Bändern verziert und zusammen gehalten.

Der Römer Kleiderluxus waren feine Stoffe: Seide

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Römische Tunika: Römershop.

Während der römischen Kaiserzeit äußerte sich der Luxus in der Kleidung vor allem durch kostbare Stoffe. Vor allem Seide hatte es den Römern angetan. Für Männer galt das Tragen von Seidenstoffen als „unrömisch“. Aber der Senat konnte den Trend durch ein entsprechendes Verbot in 16 n. Chr. nur kurz aufhalten. Kaiser Gaius lockerte das Verbot für seine eigenen Zwecke und der für seine Verschwendungssucht berüchtigte Kaiser Elagabal trug als erster Gewänder aus reiner Seide. Seide war zu Zeit der Antike reine Importware und entsprechend teuer war der zarte Stoff. Erst in der Spätantike sanken die Preise infolge rückläufiger Nachfrage und gleichzeitig vermehrtem Import. Kaiser Iustinianus monopolisierte die Seidenverarbeitung und die Preise schnellten sofort in horrende Höhen. Doch 551 n. Chr. hatte das Monopol ein Ende, denn zwei Mönchen gelang es, lebende Seidenraupen aus China nach Konstantinopel zu schmuggeln. Fortan war das Byzantinische Reich selbst Seidenproduzent. Etwa zu dieser Zeit begann man in Rom Seidenstoffe gar mit Goldfäden zu durchwirken. Dies wurde die absolute Mode! Zuvor hatte es lediglich Agrippina, Kaiser Neros Mutter gewagt, einen Mantel aus reinem, gewebtem Gold zu tragen. Galt es vorher als zu protzig, zog diese Mode rasch bei den Reichen der römischen Gesellschaft ein und wurde Inbegriff römischen Luxus.

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