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Römer Lexikon

Über die Lage der Frauen im alten Rom

Römische-Küche-Herd
Die römische Küche war der Platz der Frau.

Lage der Frauen in Rom

Frauen im antiken Rom besaßen kein Schutzrecht, so wie die griechischen Frauen, und sie waren ohne Wehr dem Dünken ihres Vaters oder Ehemannes ausgeliefert.

Wenn es ungünstig für sie lief, wurden sie wie ein Stück Vieh oder Sklaven verkauft. Ihre Knechtschaft endete erst mit dem Tod. Wenn eine römische Frau aber der Knechtschaft entfloh, kam sie unter die Tyrannei ihrer Familie.

Sah man jedoch hinter die Kulissen dieser so düster geschilderten Zustände für die Frauen in der römischen Antike, offenbarte sich ein ganz anderes Bild. Denn in Wirklichkeit waren die meisten Frauen nicht etwa ohnmächtige Sklavinnen, sondern Matronen der Familie. Sie waren die Mutter der ganzen Familie wurden von den Dienern verehrt und von den Dienerinnen und Klienten sowie von ihren Kindern und ihrem Ehemann geachtet und geschätzt. Manch eine Herrin beherrschte diesen Status soweit, dass ihr Einfluss über ihren Mann bis in die Volksversammlung ging und ihre Stimmen sogar im römischen Senat nicht ungehört blieben.

Frauen waren Teil der römischen Gesellschaft

Lar der Römer für einen Altar
Antike Hauslaren gibt es im Römershop.

Frauen in Rom waren auch nicht vom gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen. Sie ging ins Theater, nahmen an Gastmählern teil und feierten mit ihren Familien Feste. Im gesellschaftlichen Miteinander ließen die Männer den Frauen höflich den Vortritt und auch Konsuln oder Liktoren etwa machten den Damen den Weg frei. Dennoch sah man nicht viele römische Frauen in der Öffentlichkeit. Denn eine der Tugenden der römischen Frauen war es, zurück gezogen zu leben. Der gewohnte Platz einer Römerin war am heimischen Herd, im Atrium. Dieses war kein abgeschiedener Ort im römischen Haushalt, sondern vielmehr das Zentrum der römischen Wohnung, eine Art Gemeinschaftsraum, in dem sich die Familie versammelte und Freunde und andere Gäste empfangen wurden. Auch stand im Atrium der Laren-Altar und dort war alles, was der Familie heilig war. Truhen, in dem das Silber verwahrt war, die Spindel oder auch Ahnenbilder. All diese Schätze standen konsequenter Weise auch unter der Obhut und dem Schutz der Frau. Wie der Hausherr auch, opferte sie täglich den Laren und die römische Hausherrin überwachte die Arbeit der Hausangestellten. Die Mutter leitete die Erziehung der Kinder bis zu deren Adoleszenz an und teilte sich mit ihrem Mann die Verwaltung des Vermögens und die Führung des römischen Heims.

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Römische-Küche-Herd

Quelle: Paul Werner, „Leben und Liebe im alten Rom“, Bertelsmann, 1977.