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Römer Lexikon

Triumphzug: Tag der offenen Tempel!

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Tag der offenen Tempel!

Aufbau des Triumphzugs

Vor dem römischen Triumphator schritten beim klassischen römischen Triumph die Liktoren im so genannten paludamentum, einem roten Kriegsmantel. Stolz trugen sie einen Lorbeerkranz und ihre Rutenbündel waren ebenfalls mit Lorbeerzweigen umwunden.

Im vorderen Teil des Zuges marschierten sämtliche Inhaber stadtrömischer Ämter mit, die da waren etwa die Consuln, Praetoren, Quaestoren, Aedilen und Senatoren. Wurden beim Feldzug römische Bürger aus der Gefangenschaft, Sklaverei oder aus der Verbannung befreit, schritten diese gleich hinter dem Triumphator mit auf dem römischen Triumphzug. Ihnen folgten nun die Soldaten-Abordnungen in Paradeuniformen. Die siegreiche Armee trug Lorbeerkränze, zivile Teilnehmer am römischen Triumph trugen Kränze aus Ölzweigen.

Römischer Triumph: Tag der offenen Tempel und Spottlieder!

Am Tag des Triumphs öffneten die Römer alle Tempel in Rom und schmückten diese! Die umstehenden Massen erhielten Blumen, welche sie dem Triumphator und den Siegern zuwarfen. Bereits aus ältester Triumph-Zeit stammt die Formel der Begeisterungsrufe: „Io triumphe!“ Die Soldaten sangen auch Lieder über die großartigen Siege: „Mille, mille, mille decollavumus“ (übersetzt: „1000, 1000, 1000 haben wir enthauptet!“) – gerne sangen sie auch Spottlieder, denn an diesem Tag waren sie straffrei! Nicht zitierfähig, aber überliefert sind dabei zum Beispiel die auf Iulius Caesar gesungenen Spottgesänge der Soldaten, auf seine bisexuellen Aktivitäten und seinen Schuldenstand anspielend …

Rituale beim römischen Triumph

Bevor der Zug zum Capitol hinauf zog, wurden in der Regel die im Triumphzug vorgeführten feindlichen Führer zum Kerker gebracht und enthauptet. In frühester Zeit mit einem Beil, später wurden die Feinde der Römer erdrosselt. Nach dem Tod der feindlichen Anführer begann während des römischen Triumphs rituell das Opfer an Iuppiter. Auftakt war, dass der Triumphator feierlich seinen Lorbeerkranz in den Schoss der Statue im Iuppiter-Tempel legte.

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Die Triumph-Insignien wurden nach der Veranstaltung stets in den Tempelschatz zurück gelegt. Noch als Marius nach seinem Numidier-Triumph, dem Sieg über Kimbern, Teutonen und Ambronen, am 1. Januar 104 v. Chr. in der Triumph-Aufmachung im Senat erschien, beschied ihm das großen Zorn. In der Kaiserzeit nahm man dies nicht mehr so pedantisch. Denn die Triumphal-Insignien gehörten dann zunehmend zum Repertoire der kaiserlichen Politik und zeigten eindrucksvoll die Erfolge des jeweils Regierenden.